smarte Thermostate und Co.

Wo man auch hinhört – smarte Heizkörperthermostate. Das dieses aber nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann, sagt aber irgendwie niemand.
Es ist zwar nett vom Sofa – oder sonst wo- aus die Heizkörperthermostate steuern zu können, aber ein bisschen mehr ist dann doch noch drin. Ansonsten spart es nur den Weg zum Heizkörper.


Ich selbst nutze die elektronischen Thermostate inzwischen nur noch im Rahmen einer entsprechenden Vollautomatik. Das macht auch durchaus Sinn, da man ja anstelle an den Heizkörper laufen zu müssen, nicht permanent am Handy oder Tablet rumfummeln möchte, um die Temperaturen der einzelnen Räume zu steuern.
Wer eine halbwegs moderne Heizungsanlage mit App Anbindung hat, ist hier natürlich klar im Vorteil.

Was bei einer Heizungsanlage so passiert:
Geht man mal von einer klassischen Heizungsanlage mit Aussentemperaturfühler aus und unterstellt zudem das die Heizkurve auf die persönlichen Anforderungen richtig eingestellt ist, bleibt zunächst erstmal eines zu klären: Ist ein hydraulischer Abgleich durchgeführt worden?

Aber was ist das überhaupt?
Ein hydraulischer Abgleich basiert auf unterschiedlichsten physikalischen Abhängigkeiten. Diese sind das Leitungssystem, die Heizkörper und Thermostatventile sowie Pumpen der Heizung. Aber auch die zu Raumgrößen selbst spielen dabei eine Rolle. Die Abstimmung dieser Komponenten aufeinander birgt ein nicht zu unterschätzendes Energieeinsparpotential.

Grundsätzlich versteht man unter einem hydraulischen Abgleich die Menge an Wärme die erforderlich ist, um eine bestimmte Raumtemperatur aufrechtzuerhalten. Und dieses effizient.

Die Durchführung eines hydraulischen Abgleiches kann auf mehrere Arten erfolgen. Welche sich für die jeweiligen Gegenheiten am ehesten eignet, kann der Heizungsbauer nach entsprechender Aufnahme bewerten. Zudem sollte man im Hinterkopf haben, dass der hydraulische Abgleich förderungsfähig ist. Welche Töpfe hier unter welchen Vorraussetzungen angebohrt werden können, sollte der Heizungsfachmann mitteilen können. Aber auch über das Netz der Netze kann man sich hier ausgiebig informieren.

Am Ende des Tages sollte es also so sein, das in jedem Raum “nur” die Wärme ankommt, die auch tatsächlich gebraucht wird, um eine entsprechende Raumtemperatur aufrechtzuerhalten. Nimmt man es gang ganz genau, würden sich in einem solchen Fall sogar jegliche Thermostate, seien sie smart oder eben nicht, erübrigen. Die “Basistemperatur”, welche gewünscht ist, wird nicht überschritten und vom Heizkessel vorgegeben. Da man es ja tunlichst vemeiden sollte, einzelne Räume überhaupt nicht zu heizen aber man eine Möglichkeit der Steuerung haben möchte, kommen die Thermostate, im Idealfall smarte, zum Einsatz. Damit lassen sich dann bequem vom Sofa aus die Temperaturen weiter absenken.

Ich nutze die smarten Lösungen inzwischen “nur” noch im AN/AUS Betrieb (inkl. Fenster auf Erkennung) – und dieses zeitlich gesteuert. Das jeweilige Schaltprogramm wird über die Heizung selbst vorgegeben. Die altbekannten Thermostatstellungen (1-5 etc. bzw. Temperaturangaben) kommen nur noch sehr begrenzt zum Einsatz.

Soll heißen:
Zu den in der Heizung gesetzten Heizzeiten werden die Thermostate voll geöffnet oder aber eben voll geschlossen! In den Zwischenzeiten, also dem reduzierten Heizbetrieb, werden die Thermostate automatisch auf den jeweils als Absenktemperatur in der Heizung angegebenen Wert eingestellt. Alles vollautomatisch. Die APP für die Thermostate muss dann nicht mehr bemüht werden.
Im Zusammenspiel mit einer durchdachten Gebäudesteuerung und entsprechender Abwesenheitserkennung, spielt man die Potentiale in Gänze aus. Im Fall von Abwesenheiten, wird raumgenau das Thermostat mit den Absenkwerten der Heizung selbst eingestellt. Das spart Energie. Kehren die Personen zurück, das Ganze dann rückwärts. Werden Raumtemperaturen überschritten, schalten die Thermostate auf geschlossen.

Dieses kann man flexibel gestalten, wie es einem beliebt. Grundsätzlich regeln bei Stellungsbetrieb, also das Angeben der Temperatur am Thermostat, die Ventile ab, wenn die gewünschte Temperatur erreicht ist. Diese geschieht beim smarten Thermostat via Temperaturfühler, beim klassischen entsprechend mechanisch.

Aber selbst wenn eine direkte Berücksichtigung der Heizung via APP oder besser gesagt Herstellerschnittstelle nicht möglich ist, kann über eine kleine selbstbereitgestellte Steuerung ein intelligenter Heizplan zum Einsatz kommen. Selbstverständlich kann man auch die Heizpläne in den Thermostaten selbst nutzen. Bei Änderungen etc. muss dieses aber dann pro Thermostat erfolgen. Bei Nutzung von Thermostaten aus dem Hause AVM kann man dieses zentral auf der FritzBox (falls vorhanden) steuern.

Um eine flexible und weit über die Möglichkeiten der Hersteller vorgegebenen Möglichkeiten basierte Lösung zu realisieren, würde beispielsweise folgendes benötigt:

  • smarte Thermostate (HomeMatic oder DECT basiert) AM BESTEN NICHT CLOUD!!!
  • Raspberry Pi EInplatinencomputer (hier reicht die 1. oder 2. Generation)
  • ggf. WLAN Stick für den Pi, falls kabelgundene Anbindung nicht möglich
  • einen durchdachten Heizplan
  • ggf. LAN Adapter oder HM CUL (bei Homematic erforderlich)

Warum nicht cloud? Im Grunde ganz einfach. Fällt das Internet aus, hat es sich mit dem smarten ThermoHome erledigt. Im günstigsten Fall spult das Thermostat dann noch die lokal im Gerät hinterlegten Heizpläne ab.

Mal abgesehen von den Thermostaten ist dieses nicht sonderlich kostenintensiv. Die technische Basis kann man für rund 150€ schaffen.
Bei den Thermostaten kann man zusätzlich im Schnitt um die 50€ pro Stück rechnen. Ich persönlich empfehle hier die AVM kompatiblen COMET DECT Thermostate. Diese liegen bei ca. 40€.

Nennt man eine FritzBox sein eigen, so hat man die allerbersten Grundvoraussetzungen und kann auch in diesem Zusammenhang gleich eine anwesenheitsbasierte Steuerung der Thermostate umsetzen. Man hat dann schon alles erforderlich an Board.

Meine Abschließende Empfehlung ist es auf jeden Fall einen hydraulischen Abgleich auf den Weg zu bringen.

Wer hier Anregungen hat (man lernt ja schließlich nie aus) oder aber weiter Fragen hat, kann sich gerne via Mail an mich wenden.