Los geht´s: Powerstation DELTA2

Auch wenn rechnerisch die Anschaffung einer PowerStation zur Speicherung überschüssigen Solarstrom nicht aufgehen mag, habe ich mir eine solche dennoch zugelegt.

Neben der Speicherung des “überschüssigen” Solarertrages, stellt die brandneue DELTA 2 aus dem Hause EcoFlow eine Notstromversorgung sicher.

Bei 12kg Gewicht stellt die DELTA 2 in der normalen Ausbaustufe 1KwH zur Verfügung. Der Clou am Gerät ist, dass sich diese problemlos um weitere Batterypacks erweitern lässt. Leider kann nur 1 Batterieerweiterung angeschlossen werden. Hier muss man sich dann entscheiden, ob als Erweiterung eine 1KWh oder 2 KWh Batterie zum Einsatz kommt. Aber soweit sind wir ja noch nicht. Bei 3 KwH ist dann Schluss.

Ladung:

Das Laden des Batteriespeichers ist über verschiedene Eingänge möglich.

Neben der klassischen Ladung über einen 1200W AC Anschluss kann auch über einen 8A Autoladezugang oder ein bis 60V (max. 500W) Solarpanel geladen werden.

AC Ausgänge der DELTA 2 (max. 2700 W im X-Boost)

Die Ladung der Station kann jedoch reguliert werden und liegt zwischen den genannten 1200W und minimal 200W. Bei in erster Linie solarertragsabhängiger Ladung ist dieses sehr nützlich. Wer will schon den Strom aus dem Netz ziehen und zahlen und diesen am Ende nur zu einer anderen Zeit verbrauchen? 😉

Die Ausbeute beträgt unter Laborbedingungen rund 90%. Das kann sich sehen lassen. Über eigene Erfahrungen werden ich aber zu gegebener Zeit an dieser Stelle berichten.

Abnahme:

Als Ausgangs- /Abnahmestellen stehen 4 x AC Schukobuchsen zur Verfügung. Zudem 2 x USB-C bis 100 W, ein DC5521 3,8V bis 38 Watt und ein 12,6V bis 126 Autoladeausgang zur Verfügung. Die maximale Leistung an AC Buchsen beträgt 1800W. Über die X-Boost Funktion können maximal 2700W kurzzeitig gezogen werden.

Auch wenn Powerstations in der Regel für Boot- und Campingeinsätze gedacht sind, können diese auch in der heimischen Umgebung nützliche Dienste leisten.

Ausgänge der DELTA 2 (Front). USB-A, USB-C (100W max.)

Aber Achtung: Mit der Powerstation mal eben ins Hausnetz einspeisen ist nicht! Hier müsste man entsprechend weitere Vorkehrungen am Hausnetz treffen. Möglich ist dieses aber. Jedoch sollte man die bei Mehrfachwandlung der Leistung auch die Verluste auf dem Schirm haben. Das macht irgendwann nicht mehr wirklich Sinn.

Aber da ja 4 x klassische AC Buchsen (Schuko) vorhanden sind, kann die Abnahme auch auf dem normalen Wege erfolgen.

Auf Grund der Positionierung der PowerStation im Haus, bot es sich also an, im Stern das Hausnetz kabelseitig zu erweitern und somit die angrenzenden Räume mit einer Parallelverkabelung zu versehen. Diese Parallelverkabelung wird direkt über die Schukoausgänge der PowerStation versorgt. Eine autarke Stromversorgung, sei es auch nur Licht, bei ggf. auftretenden Blackouts, ist sichergestellt. Die benachbarte Küche verfügt nun über eine smartLED , welche bei Wegfall des Netzstromes (bekommt man problemlos über den elektronischen Zähler des Messstellenbetreibers mit), über den Akku (PowerStation) als Notstrombeleuchtung dient.

Mit der durch den Hersteller angegebenen Ladezyklenzahl von 3000 ist einem Dauereinsatz der “Anlage” nicht viel entgegen zu setzen. Wir sprechen also im Idealfall von 9 -10 Jahren.

Also wie ist die Umsetzung?

Da ja etliche Messstellen zur Ermittlung des Strombedarfs im Haus vorhanden sind (wurde hier im Blog ja schon berichtet) und zudem der Solarertrag bis auf das Watt genau erfasst wird, lässt sich über eine entsprechende Ladelogik ein sinnvoller Einsatz realisieren. Über das Vorhandensein einer entsprechenden API (Application Programmers Interface) werden die Daten zum Ladestand und der aktuellen Last auf der Powestation über die Hausautomatisierung ausgelesen und fliessen direkt in die Ladelogik ein. Geladen wird somit nur dann, wenn der Solarertrag dieses zulässt. Da inzwischen über die Balkonkraftwerke an sehr guten Tagen ein Überschuss von rund 250 W geerntet wird, darf die DELTA 2 mit 200W laden. Die verbleibenden 50 W schenken wir dem Versorger (noch). Man könnte, wiederum über die API, die Ladeleistung auch weiter erhöhen – dieses in Abhängigkeit des Solarertrages. Dieses und weitere Parameter kann man bequem per API oder die in den AppStores erhältlichen Apps von EcoFlow einstellen.

Da es im Winter ein wenig anders aussieht, wird die Solarumgebung in naher Zukunft um ein weiteres 400 Watt Modul ergänzt. Dieses fliesst dann auch nicht in die erlaubten 600Watt für Balkonkraftwerke ein, da diese maximal 400 Watt direkt in den Akku gehen (Anschluss an der PS ist ja vorhanden) und nicht direkt ins Hausnetz. Ist der Akku voll (bei Vollertrag nach rund 2,5 Stunden) schaltes das Modul und die Ladelogik ab. Ein ungewolltes Nachladen wird über den Einsatz von schaltbaren Steckdosen via Gebäudeleittechnik gesteuert.

Betrieben wird über die PS die heimische IT Infrastruktur wie Server, Netzwerkkomponenten, Router und Steuerungsmodule, sowie die Unterhaltungselektronik im darüberliegenden Raum (LCD Fernseher mit FireTVStick sowie die Lüftungsautomatik).

Zu guter Letzt verfügt die PS über eine direkte Durchschleiffunktion und kann somit gleichzeitig ge- und entladen werden. Hier bietet es sich somit auch an, die im gleichen Raum vorhandene Heizungsanlage an der PS zu betreiben. Im Falle eines Stromausfalls, wird auch diese weiter mit Energie versorgt. Eben nicht aus dem Netz, sondern eine gewisse Zeit lang über den Akku.

Da inzwischen so ziemlich alle Geräte und Komponenten des Hausgebrauchs in der Gebäudesteuerung Berücksichtigung finden, kann im Falle eines Stromausfalles die von der DELTA 2 gezogene Leistung voll automatisch reduziert und somit die Laufzeit verlängert werden.

Wie bereits erwähnt, geht die ganze Nummer bei einem Anschaffungspreis von 1200€ mit Sicherheit nicht auf. Aber um das Wort Sicherheit erneut zu gebrauchen, schafft es im Fall der Fälle genau selbige :-). Eine Erweiterung der Speicherkapazität wird sicher nicht lange auf sich warten lassen.

Nicht zu unterschätzen ist zudem die bereitgestellt APP, über welche sich zahlreiche Funktionen der DELTA 2 steuern und anpassen lassen. Diese macht eine sehr stabilen und professionellen Eindruck.

Getreu meinem Motto “Das braucht kein Mensch- aber toll wenn man es hat” werde ich bald erneut über meine Erfahrungen berichten.