Balkonkraftwerke 2026 – einmal sauber eingeordnet, inkl. der Entwicklung der letzten zwei Jahre
🔙 Rückblick: Was sich seit 2024 geändert hat
2024 kam das sogenannte „Solarpaket I“ – und das war der eigentliche Gamechanger:
- Einspeisung von 600 W → 800 W erhöht
- bis 2.000 W Modulleistung erlaubt
- Anmeldung massiv vereinfacht (nur noch Register)
Ergebnis: Balkonkraftwerke wurden erstmals wirklich „plug & play“ ()
2025 / 2026: Der zweite große Schritt
Ende 2025 kam dann etwas, das viele nicht auf dem Schirm haben:
Erste richtige VDE-Produktnorm für Balkonkraftwerke
Die regelt erstmals verbindlich:
- Sicherheit
- Anschluss
- technische Grenzen
Seitdem gibt es klare Vorgaben statt Grauzonen
Stand 2026 – das gilt jetzt
- 800 W Einspeisung (Wechselrichter) → bleibt die zentrale Grenze
- bis 2.000 W Module → weiterhin gesetzlich erlaubt
- Schuko-Steckdose offiziell zulässig
Wichtig: Am Gesetz selbst hat sich seit 2024 nichts Grundlegendes geändert –
neu ist vor allem die technische Konkretisierung
Und jetzt zur oft diskutierten 960-W-Grenze
Die kommt genau aus dieser neuen Norm.
- Bei Anschluss über normale Schuko-Steckdose:
max. 960 W Modulleistung - Mit spezieller Einspeisesteckdose (z. B. Wieland):
bis 2.000 W möglich
()
Warum genau 960 W?
Die Norm geht von folgender Logik aus:
- Wechselrichter: max. 800 W Einspeisung
- Module dürfen ca. 20 % darüber liegen
→ ergibt rund 960 W
Ziel:
- Der Wechselrichter läuft nicht permanent am Limit
- Steckdose und Leitungen werden nicht dauerhaft maximal belastet
Wichtig für die Einordnung
- 800 W = rechtlich entscheidend
- 960 W = technische Empfehlung für Schuko-Betrieb
Das eine kommt aus dem Gesetz, das andere aus einer Sicherheitsnorm.
Die Entwicklung unterm Strich
- 2024: Bürokratie fällt, Leistung steigt
- 2025: technische Regeln werden festgezurrt
- 2026: System ist erstmals wirklich klar definiert
Früher:
- viel Unsicherheit (Stecker, Anmeldung, Leistung)
Heute:
- rechtlich einfach
- technisch klar geregelt
Fazit
- 800 W Einspeisung bleibt die maßgebliche Grenze
- 2.000 W Module sind grundsätzlich erlaubt
- 960 W betrifft speziell den Betrieb über Schuko
- die letzten zwei Jahre haben vor allem eins gebracht:
deutlich weniger Chaos und klare Spielregeln
Damit ist das Thema inzwischen ziemlich sauber eingegrenzt.
Für die Einordnung wäre ein direkter Verweis auf die genaue Normausgabe und die zugrunde liegenden Gesetzesstellen hilfreich. Im Text wird die 960-W-Grenze einmal als Maximum und später als Empfehlung bezeichnet. Könnten Sie diesen Unterschied genauer erklären und kennzeichnen, welche Aussage sich auf die Produktnorm und welche auf die vereinfachte Anmeldung bezieht? Transparenz: Dieser Kommentar erfolgt für stromversorgung.biz.
Vielen Dank für den sachlichen Hinweis. Die Unterscheidung ist tatsächlich wichtig und im Beitrag an dieser Stelle etwas verkürzt formuliert.
Konkret bezieht sich die 960-Wp-Grenze auf die DIN VDE V 0126-95 (VDE V 0126-95):2025-12 „Steckersolargeräte für Netzparallelbetrieb – Teil 95: Sicherheitsanforderungen und Prüfungen“. Für ein normkonformes Steckersolargerät mit Haushaltsstecker beträgt die maximal zulässige Gesamtmodulleistung danach 960 Wp bei maximal 800 VA Wechselrichterleistung. Bei einer speziellen Energiesteckvorrichtung sind nach der Produktnorm bis zu 2.000 Wp möglich. Die 960 Wp sind insofern keine allgemeine gesetzliche Obergrenze und streng genommen auch nicht nur eine „Empfehlung“, sondern eine Grenze innerhalb dieses Anwendungsfalls der Produktnorm.
Davon zu unterscheiden sind die gesetzlichen Voraussetzungen für das vereinfachte Verfahren. § 8 Abs. 5a EEG 2023 erfasst Steckersolargeräte mit insgesamt bis zu 2 kW installierter Leistung und bis zu 800 VA Wechselrichterleistung, sofern die weiteren dort genannten Voraussetzungen erfüllt sind. In diesem Fall dürfen keine zusätzlichen Meldungen gegenüber dem Netzbetreiber verlangt werden; die Registrierung im Marktstammdatenregister bleibt bestehen. Die Registrierungspflicht ergibt sich insbesondere aus § 5 MaStRV.
Kurz gesagt: 960 Wp = technische Grenze der Produktnorm beim Anschluss über Haushaltsstecker; 2.000 Wp / 800 VA = gesetzliche Grenze für das vereinfachte Verfahren nach EEG. Danke für den Hinweis zur klareren Abgrenzung.